16 Der Bachschmiedestollen hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich: Luftschutzbunker, Gemüselager und Abenteuerspielplatz. Dann war der Stollen viele Jahre geschlossen. „Zum 10-jährigen Jubiläum der Bachschmiede im Jahr 2018 wurde der Stollen saniert, begehbar gemacht und mit einer Beleuchtung ausgestattet. Er ist dem Museum angegliedert und soll die Geschichte des Stollens im Wandel der Zeit darstellen“, wie Museumskuratorin Angela Gierlinger und Geschäftsführer Bernhard Robotka informieren. An die Anfangsgeschichte erinnert sich Herbert Müller. Seine Erinnerungen hat er nach Gesprächen mit seinen Brüdern Arno und Ernst sowie den Jugendfreunden Josef Sturm und Franz Seidl niedergeschrieben. „Die Arbeiten am Kirchenfelsen wurden am 1. Dezember 1944 begonnen. Mit einem Presslufthammer wurden Löcher in das Gestein gebohrt, in diese wurde dann Sprengstoff eingeführt. Bei der ersten Sprengung, neben der Bachschmiede, flogen die Felsbrocken weit und schlugen auch gegen unsere Hauswand und die vorsorglich geschlossenen Fensterläden. Diese waren damals schon wegen der strengen Verdunklungspflicht an jedem Fenster. Wären die Scheiben zerbrochen, hätten wir wegen der Kriegswirtschaft und den vielen Schäden in Salzburg nicht mit einer Verglasung rechnen können. Und uns jedenfalls den Winter über mit einer Papierverklebung der Lücke helfen müssen. Schon als der Stollen wenige Meter tief war, wurde er bei Alarm aufgesucht. Wir Schul- kinder wurden bei Voralarm von der Schule in den Stollen geschickt und mussten bis zur Entwarnung dort bleiben. Von Monat zu Monat wurden die Alarmtage häufiger. Der Unterricht endete oft schon um 09.00 Uhr und oft war die Entwarnung so spät, dass wir gar nicht mehr in die Schule zurückkehrten. Eine Lehrerin versuchte uns Kinder schulisch zu beschäftigen, das wurde aber bald aufgegeben. Sowohl die Erwachsenen, als auch die Kinder saßen in der Regel stumm im Stollen. Mit der fortschreitenden Stollentiefe immer mehr im Finsteren; es gab nur spärliches Kerzenlicht.“ Als Kind war auch Elisabeth Hillerzeder im Stollen. Und die meisten Walser Kinder hatten immer einen Schemel griffbereit, um im Stollen eine Sitzgelegenheit zu haben. Ein solcher Schemel war zur damaligen Zeit ein übliches Weihnachtsgeschenk. Nach Kriegsende diente der Stollen hauptsächlich als Gemüselager für die Landwirte. Für viele Kinder der Gemeinde Wals-Siezenheim war der Bachschmiedestollen auch ein beliebter Abenteuerspielplatz. Blickpunkt Die Bachschmiede Der Stollen in der Bachschmiede geht auf das Jahr 1944 zurück. Im 2. Weltkrieg wurde bei Fliegeralarm der Stollen unter dem Kirchenfelsen aufgesucht. Erwachsene und Kinder saßen dann stumm im Stollen bei nur spärlichem Kerzenlicht. Die Bohrund Sprengarbeiten am Kirchenfelsen wurden am 1. Dezember 1944 neben der Bachschmiede begonnen, später folgte ein Arm der neben der Wagnerei Seidl mündete. Ein drittes Portal wurde bedingt durch das Kriegsende nicht mehr fertiggestellt. Der Bachschmiedestollen - Luftschutzbunker, Gemüselager und Abenteuerspielplatz © Wimmer Johann Reichraming Hier finden Sie die Zeitzeugenberichte: © KWER Der Stollen ist zu den Öffnungszeiten der Bachschmiede zu besichtigen.
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